Zu Besuch bei Oma.

In die Reihe Familiengeheimnisse reiht sich auch die folgende Geschichte… Kennt ihr Plinsen?

hefeplinsen-mit-butter-zimtzucker-und-erdbeeren

Darunter versteht der Großteil meiner Verwandschaft Omas Hefeeierkuchen, die sie seit Jahr und Tag in einem kleinen Emailleeimer anrührt, den sie natürlich auch nur dafür benutzt. Sobald sich also eines ihrer Enkel zum Besuch ankündigt, wird der Speiseplan umgeschrieben und es gibt an dem Tag die geliebten Plinsen. Meistens mit Apfelmus, natürlich aus den eigenen Äpfeln. Im Sommer kann es allerdings auch passieren, dass frische Erdbeeren dazu auf den Tisch kommen – was für ein Pech^^

[In die Debatte Pfannkuchen/Eierkuchen möchte ich hier gar nicht einsteigen – weil die ja bei uns einfach Plinsen heißen. Geschickt, oder? Diese Bezeichnung kommt übrigens aus dem slawischen Sprachraum und hat schon einige Jährchen auf dem Buckel. Wer dazu mehr lesen möchte, schaue doch einfach hier.]

Bei einem meiner letzten Besuche habe ich endlich mal nach dem Rezept gefragt. Nachdem ich ein, zwei Zutaten aufgeschrieben hatte, habe ich festgestellt, dass Mengenangaben quasi nicht vorhanden sind. Meine liebe Oma bringt in dem Teig nämlich ziemlich viel unter, was sie an Milchprodukten im Kühlschrank gerade so da hat – Milch, Buttermilch, Sahne, saure Sahne… Auch die Menge an Mehl und Hefe ist variabel. Als ich da war haben wir 600g Mehl verarbeitet… Ich versuche aber weiter unten dennoch, das Rezept mit den ungefähren Mengenverhältnissen aufzuschreiben.

hefeplinsen-eierkuchen-mit-hefe-fertig

Das beste am Plinsen-Besuch bei Oma ist auch, dass immer ein nicht gerade bescheidener Stapel übrig bleibt. Die werden dann in verschiedenen Mengen mitgegeben – aber nicht für einen selbst, sondern für entweder die Mama, den Bruder oder den Hausherrn, weil die ja sonst leer ausgehen. Nur gut, dass Oma nicht weiß, ob und wo die restlichen Plinsen eigentlich ankommen :)

Die einzig wahre Zutat für das Rezept ist übrigens der Eimer. Im ernst. Die Versuche meines Bruders sind allesamt schief gegangen – er hat einfach nicht den Original Emailleeimer^^. Was für ein Glück, dass unterm Weihnachtsbaum einer für mich stand – womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Jetzt wollen alle zu mir kommen, Plinsen probieren…

rezept-plinsen-i-eier

Hier also jetzt endlich der Versuch eines Rezeptes:

4 Eier
500g Mehl
1 Würfel Hefe [42g]
3 EL Zucker
1 l Milch, zimmerwarm (davon eventuell eine Hälfte durch Buttermilch ersetzen)
1 gute Prise Salz

[diese Menge reicht mindestens für vier Personen – je nachdem wie stark der Hunger ist, bleibt noch genügend zum weitergeben übrig :) sehr gut lassen sich die Plinsen auch einfrieren. ich backe sie nach dem Auftauen im Ofen auf, so werden sie superknusprig]

rezept-plinsen-ii-hefe

1. die Eier mit dem Großteil der Milch, Salz, Mehl und der Hälfte des Zuckers verquirlen

2. die Hefe mit etwas Milch und Zucker auflösen und unterrühren [wie gesagt, wer noch Reste anderer Flüssigkeiten verwerten möchte, gibt diese einfach mit zum Teig]

3. alles stark verquirlen, es sollten möglichst keine Klümpchen mehr vorhanden sein

4. der Teig ist zähflüssig und sollte mindestens für 30 min an einem warmen Ort sein Volumen verdoppeln

rezept-plinsen-iv-teig6. nach dem Gehen wird nochmals durchgerührt und eventuell mehr (warme) Milch zugegeben

7. dann kann der Teig zu Plinsen ausgebacken werden, die eher eine helle Backfarbe bekommen, Oma nimmt dazu immer seeehr großzügig Margarine – die kann sicher durch weniger Öl ersetzt werden

herstellung-plinsen-eierkuchen

Gegessen werden sie dann mit Butter und Zimtzucker. Und Apfelmus. Oder wie man eben mag.

Mal sehen, wann ich also den ersten Teig im Eimer ansetzen werde…. Und wieviele hungrige Mäuler dann am Tisch sitzen werden :) Vielleicht habt ihr ja auch einmal Lust, Großmutters Rezept zu probieren? In diesem Sinne: Gutes Gelingen!

[Falls Fragen zum Rezept auftauchen, so schreibt mir gern!]

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3 Antworten zu “Zu Besuch bei Oma.

  1. Das erinnert mich sehr an meine Oma. Milchreis immer in diesem einen zerbeulten Alutopf. Am Boden war er immer leicht angebacken, der Reis. Das mochte ich besonders gern. Nach ihrem Ableben durfte der Topf bei mir einziehen, obwohl ich nie damit koche. Und Rezepte gab es auch nicht wirklich, wenn ich danach fragte. Das wurde alles nach Bauchgefühl gemacht. :)
    Ich mag Deine Geschiche. Liebe Grüße, Annett

  2. Pingback: Coole Blogbeiträge Woche 3/2017 – Januarausblicke·

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